Vorauskasse
Hallo zusammen!
Wie haltet Ihr es eigentlich mit Vorauskasse?
Hauptberuflich beschäftige ich mich mit Forderungsmanagement (also Mahnverfahren, Zwangsvollstreckung und Anmeldungen zur Inso-Tabelle), da bekomme ich automatisch Bauchschmerzen, wenn jemand im voraus am besten noch die volle Standgebühr verlangt.
Bei Standplatzverträgen handelt es sich um gewöhnliche Mietverträge. Demzufolge sollte auch hier das Prinzip Leistung - Gegenleistung herrschen, die Gebühr also am besten vor Ort nach Platzvergabe kassiert werden. Dass sie auch bei Nicht-Teilnahme fällig und (ggf. nach Abzug eingesparter Aufwendungen) zu zahlen ist, versteht sich dabei. Der Veranstalter hat also immer die Möglichkeit, sich das Geld auch später vom Teilnehmer zu holen, wenn er den Platz nicht mehr anderweitig loswerden konnte.
Dem Händler dagegen, der im guten Glauben im voraus zahlt, dann aber keinen Platz erhält, weil der Veranstalter pleite ist, der Markt nicht stattfindet o. ä., muss seinem Geld nachrennen. Hat der Veranstalter Insolvenz angemeldet, sieht er allenalls einen Bruchteil seines Standgeldes wieder.
Natürlich kommt das nicht jeden Tag vor und die meisten Veranstalter sind nett und umgänglich. Allerdings gibt es auch welche, die für das ganze im Jahr im voraus ´mal eben 700 Euro und mehr haben möchten. Von den Zinsen, die mir durch die Lappen gingen, einmal ganz abgesehen - könnte ich es mir schon gar nicht leisten, Standgelder großflächig zu streuen.
Wie haltet Ihr das also?
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Mh, dachte, daß sei ein
Mh, dachte, daß sei ein Thema, mit dem wir uns naturgemäß alle befassen....
Hat hier niemand eine Meinung?!?
Doch . . . .
. . . . . ich kann dir meine Meinung mitteilen! Bei einem Veranstalter der die gesamte Summe im vorraus haben will, buche ich grundsätzlich keinen Stand. Anzahlung ist ok für mich.
Engel und Bengel
Bei Standplatzverträgen handelt es sich um gewöhnliche Mietverträge. Demzufolge sollte auch hier das Prinzip Leistung - Gegenleistung herrschen, die Gebühr also am besten vor Ort nach Platzvergabe kassiert werden
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Hallo Engel,
auch unter Künstlern gibt es Bengel und wenn man sich mit Veranstaltern unterhält bekommt man bezüglich Zahlungsmoral genug Klagen zu hören.
Nach deinen Vorstellungen würden einige Veranstalter bald pleite sein oder müßten laufend ausstehende Standmieten einklagen.
Ich kenne genug Kollegen, welche sich für jedes Wochenende bei zwei oder mehr Märkten anmelden und sich dann kurzfristig für die beste Zusage entscheiden und den anderen im letzten Moment absagen.
Die Folge solchen Handelns sind verärgerte und geschädigte Veranstalter, welche daraufhin ihre Bedingungen verschärfen und auf Vorauszahlungen bestehen.
Alles hat immer zwei Seiten und ich kann diesbezüglich auch die Veranstalter verstehen, da diese ein nicht unerhebliches Kostenrisiko tragen und dafür auch eine gewisse Planungssicherheit haben wollen.
Bevor ich zu einem neuen Veranstalter gehe, telefoniere ich mit diesem und entscheide dann aus meinem Instinkt. Bis jetzt habe ich damit keine großen Einbrüche erlebt. Denn wenn man den Mensch besser kennt, spüre ich schnell ob es ein Schaumschläger oder ein ernsthaft planender Veranstalter ist welcher Sachkenntnis von Kunsthandwerk hat. Wenn mir allerdings einer etwas von Weinständen, Bratwurst und Asien erzählt, dann bleibe ich besser weg.
Gruß
)
Bob
Die theoretische Seite sähe
Die theoretische Seite sähe tatsächlich so aus, daß ausstehende Standplatzmieten einzuklagen wären. Wenn mir jemand einen Vertrag gibt (hatte hier schon Exemplare von sechs DIN A4 Seiten), kann ich gar nicht anders, als die Sache von der juristischen Warte aus zu betrachten.
Versuche aber andersherum einmal, gegen einen Veranstalter Ansprüche geltend zu machen, weil er Dich nicht hat aufbauen lassen, die Veranstaltung ausgefallen ist (z. B. weil letztlich nicht genug Kapital war, um seinerseits die Miete zu begleichen), nicht beworben wurde oder der Standplatz nicht der Beschreibung entsprach etc. Mir selbst ist es schon passiert, daß ich mir einen ganzen Tag Urlaub für den Aufbau nehme und hierfür 2 x 50 km verfahre, ausführlich eingewiesen werde und ein paar Stunden vor Beginn der Veranstaltung urplötzlich erfahre, daß mein Stand "mal eben" umgesetzt werden muss. Legendär auch der Markt auf einer Burg, bei dem die Händler morgens die letzten Hochzeitsgäste hinausfegen und erst einmal putzen und aufräumen mussten, weil der Veranstalter noch im Bett lag...
Am angenehmsten sind mir tatsächlich die Veranstalter, die selbst Verträge ohne Standgebühr mit Menschenkenntnis und per Handschlag besiegeln, was es durchaus gibt. Denn Fakt ist doch eigentlich, daß man ohne vernünftigen Umgang nicht miteinander auskommt. Wenn es also tatsächlich Kollegen gibt, die sich kurz vorher erst entschließen, ob sie auftauchen oder nicht, trifft das bei mir auf völliges Unverständnis. Zum einen führt das eben zu übervorsichtigen Veranstaltern, zum anderen macht man damit den Markt selbst kaputt und schadet den Kollegen. Ich jedenfalls fühle mich da in meiner Ehre gepackt und halte es in meiner selbständigen Tätigkeit wie in meiner nicht-selbständigen. Da wäre ich bei unentschuldigtem Fehlen auch ratz-fatz den Job los.
Beinahe geschockt war ich daher über das Ansinnen irgendeines Mitgliedes eines Vereines, das auf einem anderen Markt vor mir stand und mal eben Standgebühr zzgl. Müllkaution (!) von mir kassieren wollte - ohne daß ich mich wie gefordert schon auf deren Formular angemeldet hatte und deren Bestätigung in Händen hielt. Obwohl ich vor seinen Augen schon fleißig dabei war, deren Markt zu bewerben, falle ich wohl auch in deren Kategorie "kommt wahrscheinlich nicht".
Den Fall , dass einige
Den Fall , dass einige Aussteller ihrem Geld hinterher rennen müssen und sehr wahrscheinlich klagen müssen, erlebe ich gerade.Der Veranstalter plante einen Gartenmarkt in Losheim am See / Saarland, man konnte sich mit einem Frühbucherrabatt und vorzeitiger Bezahlung anmelden, was natürlich ab einem gewissen Qm-preis interessant ist.Das war Sept. 2010.
In der Homepage des Marktes wurde angekündigt, dass ab Januar nähere Infos wie Ausstellerverzeichnis, Standplan aufgeführt sind. Ferner wurden einige Wochen vor dem Markt ausführliche Plakatierung und Anzeigen in diversen Medien plus Auslegung von Flyern angekündigt, die man ja mit der Werbepauschale auch im voraus bezahlt hat.
Als sich zu diesem Zeitpunkt nichts dergleichen tat, haben einige Aussteller versucht, die Veranstalter zu erreichen -- NOTHING !!!-- trotz 2er Handynummern und 2er Festnetznummern, um zu erfahren ,ob der Markt überhaupt stattfindet.Dann wurden Mails geschickt an den Veranstalter und oh Wunder !!!, man bekam eine patzige Antwort, aus der nicht ersichtlich war, ob der Markt abgesagt ist oder nicht. Die Aussteller haben daraufhin das dortige Touristenbüro angerufen und mal nachgefragt, sogar die Gemeinde bekam erst nach mehreren Mails die Antwort , dass der Markt nicht stattfindet.
Glücklicherweise war die Dame vom Touristenbüro -- noch nicht mal der Veranstalter !! -- so nett und hat die Austeller über die Absage informiert und das 8 Tage vor dem Markt. Der Veranstalter ist seitdem nicht mehr erreichbar unter den angegebenen Nummern. Als eine der Ausstellerinnen die Privatnummer der Eventagentur herausfand, wurde sie vertröstet, sie würde ihr Geld schon noch bekommen.Nicht nur, dass diese Leute mit dem Geld der Aussteller ein 3/4 Jahr gearbeitet haben, man könnte da ja schon Zinsen verlangen, hat man auch einen Verdienstausfall , denn so kurzfristig ließ sich natürlich keine andere Veranstaltung buchen.Wie erbärmlich muß man eigentlich sein, um sowas durchzuziehn.
Stand ist im Moment, dass der Anwalt Arbeit hat und eine Sammelklage wegen Betrugs vorbereitet wird.Das wird sehr schnell gehen , da zu befürchten ist, dass diese sogenannten Veranstalter das Weite suchen.Ferner gibt es ja auch noch das Finanzamt.
Ist zwar alles ziemlich ärgerlich, aber man muß da was unternehmen, da waren sich alle betroffenen Aussteller einig.Wen es interessiert, kann von mir den Namen des Veranstalters per Mail erfahren, geht im Moment aus rechtlichen Gründen nicht anders.
Das Geld wird weg sein
Siehst Du, genau so einen Fall stelle ich mir schlimmstenfalls vor.
Die Theorie, daß der Veranstalter einen gut behandeln würde, wenn man Vorkasse leistet, teile ich nicht. Vielmehr handelt es sich, wie bereits beschrieben, um einen Mietvertrag. Das sollte man sich ruhig vor Augen führen. In dem oben geschilderten Fall, bei dem ich den Stand versetzen musste, habe ich demgem. auch eine Minderung der Standgebühr vorgenommen.
Von Deiner Kohle wirst Du, Marie, vermutlich nichts oder nicht viel wiedersehen. Vermutlich ist der Veranstalter so blank, daß das Inso-Verfahren bereits läuft/eingeleitet ist.