Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
Das Kunsthandwerk in Deutschland wird immer mehr von Händlern unterwandert. Auf unzähligen so genannten Kunsthandwerker-Märkten, die an jedem Wochenende in Deutschland stattfinden, kämpfen die wenigen selber herstellenden Handwerker gegen eine schier aussichtslose Übermacht von Händlern, die mit ihren billigen, meist im Ausland eingekauften Waren die Preise nach unten drücken.
Verständlich einerseits, da die meisten der professionellen Veranstalter selber Unternehmer sind, die von den Standgeldern der Aussteller und eventuellen Eintrittspreisen leben müssen. Auch klar, dass es einfacher ist, einen Markt mit Handelswaren zu gestalten und vereinzelte Kunsthandwerker dazwischen vorführen zu lassen, um dem Kunden damit die Illusion des blühenden Handwerks zu bieten. Dass dafür der Kunsthandwerker oftmals noch die gleichen Standgebühren wie ein reiner Händler zu entrichten hat, ist eine unglaubliche Benachteiligung für den meist auf sich allein gestellten Einzelunternehmer.
Dass die Veranstalter sich auf Dauer damit selbst am meisten schaden, wird völlig ignoriert. So ist das Image des deutschen Kunsthandwerks durch die Toleranz von Handelswaren auf Kunsthandwerkermärkten schon stark geschädigt worden. Interessanteste Vorführungen und Arbeitstechniken werden durch die eigentlichen Kunsthandwerker geboten – gekauft wird oftmals die preiswertere Massenware am Nebenstand. Der Kunde ist zufrieden mit dem Besuch des Marktes – er hat neue Dinge gesehen und erlebt und dabei noch preiswert eingekauft. Unterschwellig baut sich aber so eine Blockade gegen die produzierenden Kunsthandwerker auf – man hat den Eindruck, dass die Produkte überteuert und unerschwinglich sind.
In Wahrheit ist es gar nicht möglich, ein handgefertigtes Unikat oder ein Produkt aus einer selbst entworfenen Kleinserie preislich mit anderen Produkten aus Massenproduktionen oder dem Ausland bezogenen Waren zu vergleichen.
Viele vorführende Kunsthandwerker betreiben ihre seltenen Techniken nur noch nebenberuflich und müssen die Preise aufgrund des Druckes durch die umstehenden Händler so gestalten, dass am Ende nicht viel übrig bleibt als verlorene Zeit. Vergleicht man dagegen den auf die aufgewendeten Stunden gerechneten Gewinn vieler professioneller Kunsthandwerker mit anderen klassischen Handwerksberufen, so wird schnell klar, dass man sich am unteren Ende dieser Liste befindet.
Der große Verlierer dieser langsam mahlenden Mühlen ist am Ende der ehrliche Kunsthandwerker, der es nicht schafft, sich deutlich von den fahrenden Händlern abzugrenzen, die während mancherlei Markttreibens oft nächtelang in Ihren Fahrzeugen hausen, um die Preise weiterhin auf niedrigstem Niveau zu halten.
So ist zu hoffen, dass die Kurzsichtigkeit vieler Veranstalter dem Kunsthandwerk in Deutschland nicht noch mehr schadet. Jeder wirkliche Kunsthandwerker sollte sich verpflichtet fühlen, an seinen Markttagen gegenüber dem Kunden aktive Aufklärungsarbeit diesbezüglich zu betreiben und in Zukunft mit den wenigen Veranstaltern zusammenzuarbeiten, die sich gegenüber dem Kunsthandwerkermarkt verpflichtet fühlen.
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Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
Hallo
Mittlerweile schaue ich mir erst mal einen Markt an und entscheide mich dann ob ich mich beim nächsten Markt überhaupt bewerbe.
Es ist unglaublich was da alles als "Kunsthandwerkermarkt" verkauft wird.
Anscheinend muß es sich für Veranstalter sehr lohnen einen Markt zu veranstalten,allerdings ist dann die Frage ob der nächste dann noch so ein Erfolg ist wenn Kunsthandwerker ausbleiben weil es sich nicht gelohnt hat.
Aber egal, dann füllt man halt mit Händlern auf.
Hier wäre mal interessant wie sich Aussteller selbst einen Markt vorstellen.
Was die Veranstalter fordern ist ja zur Genüge bekannt.
Günther
Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
Nach meinen Beobachtungen liegt es nicht unbedingt am Preis, wenn nichts verkauft wird.
Da wir zu den Leuten gehören, die wenig verkaufen, haben wir mehr Zeit,uns mal umzusehen. Ich hab nicht gesehen, dass da, wo Fertig-Kaufware angeboten wurde, die auch deutlich besser weg ging. Nach meinen Beobachtungen zog da das Publikum vorbei mit einem Gesichtsausdruck wie "Ganz nett, aber das krieg ich im 1-Euro-Shop um die Ecke auch noch billiger..."
Es scheint uns eher, als hätte der große Teil des Publikums einfach den Blick und die Wertschätzung dafür verloren, dass Handwerk und Handarbeit in der Herstellung und auch im Ergebnis etwas Besonderes, Einzigartiges sind. Statt dessen muss es unbedingt "exclusiv" sein, weil man ja schon alles zu Hause hat und sich nur noch überzeugen will, dass alles, was man sieht, im Niveau darunter liegt. Um sich so die eigene "Überlegenheit" zu bestätigen. Und das ist besonders krass deutlich eben auf Märkten, die ausgewiesen hochwertiges Kunsthandwerk bieten.
Wir nehmen inzwischen jeden Markt, wie er kommt, und freuen uns, wenn ein paar Leute das Besondere an unseren Arbeiten für sich erkennen und sich so daran freuen, dass sie etwas kaufen und mitnehmen.
kobiwelten
Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
Wir unterscheiden da auch ein wenig zwischen Kunsthandwerkermarkt und sogenannten „Landpartien“! Die „Landpartien“ werden von den professionellen Händlern dominiert, wie jetzt am Wochenende in Nordenham wieder zu sehen war. Wir waren dort nur als Besucher und hatten in der Rolle als Konsumenten dort nicht den Eindruck das sich diese negativ ausgewirkt hat. Probleme sehe ich dort wo sich gewisse Produkte überschneiden…so hatte es ein Kunstschmied doch schon nicht wirklich leicht, sich gegen das „Mainstream-Angebot“ der dort präsenten „Ambiente-Läden“ durchzusetzen. Vielen Konsumenten fehlt es dabei ganz einfach an dem Blick, die Einzigartigkeit einiger Objekte zu erkennen, die Preis waren soooo viel höher auch nicht.
Auf dem Markt an der „Seefelder Mühle“ (gleiche Region wie Nordenham) ein paar Wochen früher, dort waren wir auch als Aussteller, hat sich die professionelle Aufmachung, wie ich meine, auch für die „Kleinen“ ausgezahlt…mehr (gute) Aussteller, hohes Niveau, die Synergie hat sich für alle Beteiligten ausgezahlt!
Aber wie gesagt, dass sind die sog. „Landpartien“, wo es passt, ist es okay…auf reinen Kunsthandwerkermärkten, da gebe ich dukasi Recht, wirken sich die Profis eher negativ für die privaten und semiprofessionellen Handwerker aus!
Fairer Weise muss ich noch hinzufügen, dass ich so ein wenig zwischen den Stühlen stehe! Auf der einen Seite, seit vielen Jahren, als kleiner Aussteller, auf der anderen Seite zähle ich schon sehr bald zu den Profis und werde mir auch überlegen müssen, die „Landpartien“ als Beschicker zu besuchen…in der Hoffnung, nicht mit den „Kleinen“ Kunsthandwerkern zu kollidieren!
Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
Hallo,
ich habe ähnliche Erfahrungen auf Weihnachtsmärkten gemacht.
Als Hersteller von Kunsthandwerk ist man eher ein "Einzelstück" auf den gängigen Weihnachtsmärkten. Immer mehr Verkaufsstände bieten billigen Schmuck, fertige Tischwäsche und billigen Plastik-Schnick-Schnack an. Hinzu kommt aber auch noch, dass man die gleichen, teuren Standgebühren bezahlen muss, wie die Betreiber der Gastronomie-Stände. Als Kunsthandwerker zieht man die Leute auf die Märkte, da jedermann gerne schöne Dinge anschaut. Das Geld bleibt aber überwiegend an den Glühwein- und Bratwurstständen. Jeder Veranstalter sollte sich überlegen, ob er die Standgebühr für die kunsthandwerklichen Artikel nicht auf ein minimum reduziert und dafür von den "dick verdienenden" ein wenig mehr Standgebühr kassiert. Wenn die Kunsthandwerker auf diesen Märkten aus Kostengründen nicht mehr ausstellen, werden die Märkte auch vom Publikum immer weniger frequentiert.
Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
Hallo
Das mit den Weihnachtsmärkten ist ein ganz anderes Kapitel.
Ein Weihnachtsmarkt der zur Hälfte aus Futter-und Glühweinbuden besteht und dazwischen aus Ramsch ist leider fast die Regel.Da hat ein Kunsthandwerker kaum eine Chance.
Leider halten die Veranstalter aber an diesem Konzept fest.
Ein Weihnachtsmarkt der nur einen Glühweinstand hat und einen Wurstgrill und der Rest der Aussteller haben Hochwertiges zu bieten und die Besucher können wirklich noch nach Geschenken suchen,ja, das wäre es.
Da beißt man aber auf Granit,so etwas will keiner machen.
Es ist ja einfacher vielen Vereinen eine Futter-oder Trinkbude zuzulassen,da hat man vom Start weg 20 Plätze belegt.
Mittlerweile habe ich fast keine Hoffnung mehr mal einen Veranstalter von einem etwas anderen Markt zu überzeugen.
Günther
Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
Ohne jetzt jeden Veranstalter pauschal in Schutz nehmen zu wollen - ich weiß, dass gerade Städte inzwischen für Gebäude und Standflächen stark erhöhte Mieten nehmen, weil die nämlich auch auf die Idee gekommen sind, wie sich billig Geld machen lässt.
Damit wird der Gestaltungsspielraum auch für die Veranstalter enger.
Zu Festen hier im Städtchen melden sich inwzischen fast ausschließlich Ramsch- und Fressbuden, und zwar eben aus dem Grund.
kobiwelten
gutscheine als eintrittskarten
irgendwie haben alle recht-
nur eine lösung kann nur ein ungewöhnlicher schritt bringen.
es geht ja nicht zuletzt darum, den menschen wieder den DIREKTKAUF
nahe zu bringen. die generation von leuten, die es gut fanden, eine direkte prüfung und den damit verbundenne kauf zu tätigen ist in deutschland ausgestorben. man sieht es daran, wie unbeholfen deutsche auf dem markt z.b. in marokko hantieren.
auch geht es darum, den besuchern den unterschied zwischen einem MUSEUM und einem MARKT nahe zu bringen.
es bedarf, kurz gesagt, der aufklärung.
Macht der Aussteller
Ich bin schon seit vielen Jahren unterwegs als Kunsthandwerkerin und kenne daher die Problematik ziemlich genau.Ihr als Aussteller könnt da schon was machen, denn die Macht der Aussteller wird von Veranstaltern unterschätzt.
Erzählt Euren Kollegen/ Innen , wenn ein Markt nicht in Ordnung war, aus welchen Gründen auch immer. Natürlich gibt es da die die ewigen Meckerliesen, denen kein Veranstalter es recht machen kann, aber die will ich mal ausschließen.Einige Veranstalter handeln nach dem Prinzip: Es steht jeden Tag ein Blöder auf !! Das Prinzip funktioniert nur so lange ,bis es sich rumgesprochen hat und da seid ihr gefragt. !!!! ERZÄHLT ES WEITER !!! Denn ,wenn dieser Markt dann nicht mehr veranstaltet wird, kommt ja vielleicht ein guter Veranstalter nach.Man soll ja die Hoffnung nicht aufgeben.Ihr solltet nicht vergessen ,der Veranstalter lebt von uns und nicht umgekehrt.Wir haben ja noch unser Handwerk und genügend andere Veranstalter.
Und was diese Weißzeltmärkte ( wie ich sie nenne, )angeht, die haben sich meiner Meinung nach ohnehin überholt, denn diesem finanziellem Druck sollten sich Kunsthandwerker/ Innen mit kleinpreisigen Arbeiten nicht aussetzen.Da bleibt bei jedem kleineren und garantiert preiswerterem Khw-Markt mehr hängen.
Da ich im Lauf der Jahre fast alle Arten von Märkten erlebt habe,such ich mir mittlerweile gezielt nur mehr die Märkte aus, von denen ich ,über meine Kollegen / Innen ,auch Gutes gehört habe.Das schließt natürlich viel Kontakt mit Kollegen / Innen ein, und die Mühe sollte man sich machen, man spart viel Geld und Ärger.
Gruß Marie
Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
@ urmarmor
Ich glaube, "Handgemacht" arbeiten als Veranstalter mit diesen Gutscheinen.
Wenn ich das richtig verstanden habe, bekommen da aber die Besucher beim Eintritt vom Veranstalter den Gutschein und lösen ihn beim Stand ein - so dass der Aussteller letztendlich tatsächlich dem Besucher den Gutschein erstattet und damit auch seine Einnahmen verringert.
Die Logik dahinter hab ich nicht so ganz verstanden, deshalb hat mich das bislang davon abgehalten, mich da mal zu bewerben.
kobiwelten
Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
Sorry,aber die Idee mit einem Einkaufsgutschein sollte man in die Tonne treten.
Sind wir auf einem Kunsthandwerkermarkt oder einer Discounterkette?
Dem "Geiz ist Geil" muss man entgegentreten und nicht noch mitmachen.
Das geht nur mit vernünftigen Ausstellern und mit ebensolchen Veranstaltern.
Günther
Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
"Handgemacht" veranstalten richtig gute Märkte, ausschließlich mit ausgesuchten Kunsthandwerkern. Also traut Eucht und macht mit bei einem Konzept, das nur dann aufgehen kann , wenn möglichst viele daran teilnehmen und sich nicht auf Veranstalter verlassen, die in der Vergangenheit erfolgreich waren, nun aber immer mehr Handelsware zulassen
Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
Damit wird der Gestaltungsspielraum auch für die Veranstalter enger.
Der Kostendruck wird ständig höher und daher sind viele Veranstaltungshallen nicht mehr refinanzierbar.
Was ich aber als Veranstalter an den Kunsthandwerkern zu bemängeln wäre, ist in vielen Fällen deren mangelnde Disziplin.
Sie melden sich an und versuchen dann oft kurzfristig wieder auszusteigen. Da der Veranstalter sich keine freien Flächen erlauben kann, da sein Kostendruck zu hoch ist, nimmt er gezwungenermassen kurzfristig Kompromiss-Stände an, die er unter normalen Umständen nicht annehmen würde.
Wenn daher Kunsthandwerker gute Märkte sich erhalten wollen, sollten sie auch ihrem Veranstalter die Treue halten und zu dem stehen wozu sie sich entschieden haben.
Ich bin seit 25 Jahren bemüht nur Künstler und Kunsthandwerker anzunehmen und Handelsware so gut wie möglich auszusperren.
Doch wird dies immer schwerer, da auch immer häufiger Kunsthandwerker Handelsware dazwischen schieben. Gerade im Schmuckbereich ist das fast nicht überprüf- und nachweissbar.
Das hier benannte Problem hat daher zwei Seiten und es liegt nicht nur an Veranstaltern, sondern auch an den Ausstellern.
Zudem ist vielen Ausstellern nur noch die günstige Standmiete wichtig und ärgern sich dann über die schlechte Qualität der ausstellenden Kollegen.
Wenn man aber in guten Veranstaltungshallen Märkte in hoher Qualität durchführt, muss man als Veranstalter zwangsläufig höhere Standgebühren nehmen, da man die Kosten sonst nicht refinanzieren kann.
Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
Ich habe den Eindruck, dass eine hohe Standmiete den Kunsthandwerker geradezu zwingt, Handelsware anzubieten, damit er auf seine Kosten kommt.
Aus meiner Erfahrung sind die Märkte mit hohen Standgebühren gerade die, auf denen besonders viel Handelsware angeboten wird und auf denen die Kunden in erster Linie nur Waren unter 10 € kaufen, und das sind eben Waren aus Fernost, und nicht selbstgefertigte kunsthandwerkliche Gegenstände.
Aber vielleicht war ich bisher auch auf den falschen Märkten.
Gruß Thomas
Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
Diese Kausalität sehe ich nicht.
Denn es liegt allein am Veranstalter ob er durchgreift oder nicht.
Ich erlebe meist auf städtischen Veranstaltungen entweder zuviele Hobbykünstler und/oder Händler.
Da sind meist Organisatoren am Werk, die möglichst viele Aussteller wollen und weniger auf den Inhalt achten.
Wenn ich bei meinen Künstlermärkten Handelsware entdecke und dies beweisen kann, fliegt der Aussteller rauss. Entweder sofort oder zukünftig.
Leider ist es (gerade bei Schmuck) nicht immer eindeutig und da man als Veranstalter sich unnötige Rechtsstreitigkeiten ersparen will, drückt man kurzfristig ein Auge zu. Aber nur bis zum Ende der laufenden Veranstaltung, danach sortiere ich solche Anbieter aus.
Verfall der Khw-Märkte
Hallo, man sollte als Ausstellerin auch den Veranstaltern gerecht werden.Zum Beispiel:im Notfall früh genug absagen, pünktlich zum Aufbau erscheinen und nicht in alllerletzter Minute und dann erwarten , daß alles springt.Oder ,wenn sie sich 3 Tage vor dem Markt anmelden wollen und dann ausfallend werden, wenn sie keinen Platz mehr bekommen.
Es gibt zum Glück noch Veranstalter, die für ihre Märkte auch noch was tun und nicht nur kassieren.Das sind Veranstalter, die vor ,während und auch nach dem Markt ansprechbar und Anregungen zugänglich sind und diese nicht als persönliche Kritik auffassen. Ferner ihre Anmeldungen früh genug versenden und auch mal über Kleinigkeiten mit sich reden lassen.Da würde ein bißchen Großzügigkeit nicht schaden.
Mit der Werbung ist das ja auch so eine Sache: Wenn ein Khw-Markt unter Flohmärkten drinsteht, da kann ich nur sagen :: Dankeschön !!!
Gruß Marie
Re: Verfall der Khw-Märkte
Das kann ich voll mit unterstreichen.
:
Da erlebt man als Veranstalter einiges, was einen mit der Zeit härter und konsequenter werden lässt.
Das war früher mehr der Fall als heute.
Früher lief die Kommunikation per Telefon, heute fast nur noch per E-Mail.
Da laufen dann leicht missverständliche Worte hin und her.
In einem persönlichen Gespräch passiert das seltener und komplizierte Inhalte sind viel leichter zu klären.
"Kleinigkeiten" sind so schnell geklärt und dabei findet man viel schneller zu einer gegenseitigen Lösung.
Was ich dagegen dick habe, wenn während einer laufenden Veranstaltung an Kleinigkeiten rumgekritelt oder persönlicher Frust beim Veranstalter abgeladen wird. Jeder Markt fordert den Veranstalter und daher grenzt man sich dabei ab, um nicht " energetisch gefressen" zu werden.
:
Kritik sollte daher einige Tage danach telefonisch angesprochen werden. Das wird dann viel leichter aufgenommen und das Gespräch ist dann meist für beide Seiten befriedigend.
Gruß Marie
Da stimme ich Dir voll zu.
Doch im Internet gibt es Flohmarktseiten, die einfach alle Termine "grabschen" und bei sich einstellen.
Wenn man so einem Betreiber mitteilt, dass man dies nicht haben möchte, stösst man auf Unverständnis, wie ich das unlängst erlebte.
Insofern muss man so eine Bewertung vorsichtig treffen. Denn nicht jede "Werbung" ist vom Veranstalter auch gewollt bzw. in Auftrag gegeben.
Gruss
Peter Burger
Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
Was meint ihr zu den Veranstalter/Innen , die einen Ausbildungsnachweis und/oder Lebenslauf verlangen? Ja, sowas gibt es. Ich kenne mindestens 3 von dieser Sorte.
Dazu kann ich nur sagen :
Es gibt Autodidakten , die handwerklich sehr hohe Qualität liefern, unabhängig vom Material. Manchmal gibt es dafür gar keine Ausbildung,die man so nachweisen könnte. Außerdem bewirbt sich der Aussteller ja nicht um einen Arbeitsplatz, sondern möchte "nur " einen Markt bestücken.
Umgekehrt wird da auch ein Schuh draus:Man könnte ja vom/n Veranstalter/Innen einen Ausbildungsnachweis verlangen. Ich als Aussteller bezahle ihn ja dafür, einen guten Markt mit genügend Werbung zu machen und trage auch noch das volle Risiko. Egal, ob es stürmt oder schneit oder,ob mangels genügend Werbung die Leute wegbleiben, der Veranstalter hat ja in jedem Fall sein Geld.
Aber es soll ja noch andere Veranstalter geben, die sind nur leider so dünn gesät.
Gruß Marie
Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
Hallöchen,
ja, kommt mir bekannt vor. Im Grunde verlangen ja die meisten Märkte so einen Nachweis. Allerdings zumeist nur von Keramikern und Gold/Silberschmieden. Bei allen anderen ist es wie du sagst auch kaum nachzuweisen. Schließlich gibts ja noch keine Filzerschulen oder Ähnliches. Die Veranstalter sollten allein über die Werke selbst entscheiden ob jemand zugelassen wird oder nicht. Denn eine Ausbildung ist selten eine Aussage zur Qualität der Arbeiten. Auch und vor Allem in der Gestaltungsvielfalt.
Ich wundere mich ehrlich gesagt, warum hier im Forum nicht mehr über einzelne Märkte diskutiert wird. Denn solange über schlechte Märkte nichts bekannt ist, finden diese immer wieder genug Bewerber, die dann auch noch die übertriebenen Marktgebühren bezahlen müssen und so dreht sich die Spirale immer weiter und ändern wird sich nichts. Nicht mehr, daß wie du sagst, die Aussteller zu Bittstellern mutieren, denn so kommt man sich manchmal vor, sondern daß es sich endlich umdreht und alle Veranstalter vernünftige Arbeit leisten. Zudem wäre interessant, welches Konzept der ein oder andere Markt hat. Denn was für den einen Aussteller schlecht ist, kann für den anderen nur recht sein.
Wovor habt ihr Angst? Daß wenn ihr gute Märkte empfehlt, ihr nächstes Jahr selbst keinen Platz mehr bekommt? Das würde mich ernsthaft interessieren! Auch kleine Märkte kommen nie in die Puschen, wenn keiner von ihnen hört.
Also traut euch Leute und erzählt wie`s war!!!
Gruß,
Jette
Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
Hallo Marie,
ich kann nur aus der Sicht eines Veranstalters antworten.
Jeder Veranstalter entwickelt seine Kriterien unter denen er auswählt und das ist legitim. Wer das Niveau seiner Veranstaltung hochhalten will, muss eine Auswahl treffen.
Ein Ausbildungsnachweis und ein Lebenslauf erzählen etwas über den Bewerber und ist hilfreich diesen etwas näher kennen zu lernen. Das allein reicht nicht aus, sondern dazu braucht man eine Auswahl Fotos der Arbeiten. Leider wird man da als Veranstalter immer wieder mal getäuscht mit den besten Arbeiten und erschrickt dann über das Gesamtangebot auf dem Marktstand. Daher ist auch bei mir ein Lebenslauf mit den künstlerischen Stationen fördernd bei der Auswahl.
Wenn Du die Gegenseite(Veranstalter) erleben würdest und was sich da alles bewirbt und von sich total überzeugt ist, selbst schon 16 jährige Airbrusher und Hausfrauen nach zwei Volkshochschulkursen, dann verstehst Du warum gute Veranstalter sich ein Auswahlraster zulegen. Denn ohne dies kann man nicht nach Qualität sortieren. Vor einer Veranstaltung (ich bin gerade wieder kurz davor) rufen täglich 10-20 Leute an, welche noch schnell mitmachen wollen. Davon die Hälfte Schmuckbewerber welche ich sofort absage, da mein Limit an Schuckständen schon längst erreicht ist. Bei den anderen versuche ich mit wenigen Fragen zu sortiern, um herauszuhören ob dieser Interessent/in grundsätzlich für mich interessant ist. Kurzfristig noch oder in Zukunft.
Diese Auswahl und die Absagen sind nicht immer leicht, da man keinen Bewerber verletzen will und doch muss man es tun. Denn sonst flacht das Niveau einer Veranstaltung schnell ab und dies sieht das Publikum mit Anspruch und bleibt zukünftig weg.
Ich kenne auch Veranstalter, die im Niveau noch weit über meiner Auswahl liegen und ich habe Respekt vor deren klaren Linie und Auswahl.
Die sieben noch viel gründlicher als ich es tue. Was ist dagegen zu sagen?
Daneben gibt es genug Veranstalter welche dies nicht tun und offen sind für alle Bewerber. Da ist genug Auswahl für jeden Künstler / Kunsthandwerker da und wenn man nicht überall angenommen wird, ist dies für keinen ein Beinbruch.
Mit besten Grüssen
Peter Burger
www.kuenstlertage.de
Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
Hallo, zur Info: Ich kenne sehr wohl die Veranstalterseite, allerdings im Kunstbereich. Da glaubten auch einige mit dem Schal um den Hals, sie wären Dali.
Tatsache ist doch, daß ja jeder seinen Lebensunterhalt bestreiten muß und wenn ich das auf einem Markt ( mit 5-stelligen Besucherzahlen ) machen kann , der nicht zu den elitären Khw- Märkten ( mit vielleicht !!! ein paar hundert Besuchern ) gehört, dann mach ich lieber den. Nur damit ich sagen kann: ich war auf dem und dem Khw-Markt, ja hallo, wen interessiert das denn ? Niveau hin oder her, die anderen sind auch nicht schlechter. Im Gegenteil: Dadurch, daß die Standgebühren moderat sind ,ist unter den Ausstellern nicht so ein finanz. Druck zu spüren, das merkt man an der fröhlichen Grundstimmung, die sich zweifelsohne auf die Besucher überträgt. Und das sind nicht nur Märkte von Gemeinden, sondern auch von Profiveranstaltern, die einfach gute Arbeit leisten.
Es gibt ja auch Veranstalter, die Khwler zu Spitzeldiensten gegenüber ihren Kollegen ( in Bezug : ob gekaufte Wareoder nicht ) animieren. Das ist ja grausig. Ich wage ernsthaft zu bezweifeln, daß manche Veranstalter die Ausbildung haben, um das so genau zu unterscheiden, ob gekauft oder nicht. Wieso sehe ich dann gekaufte Ware, z.b. bei Keramikern oder Schmuckleuten auf diesen Märkten ? Der Besucher sieht das ja vielleicht nicht, aber wenn man unterwegs ist und auf mehreren Märkten dasselbe oder ähnl. Angebot von verschiedenen Ausstellern sieht, dann macht sich schon so seine Gedanken. Von wegen selbstgemacht und so.
Gruß Marie
Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
Hallo Marie,
ich verstehe nun nicht ihr Problem ?
: Und wenn einer sich wie Dali fühlen will, dann braucht er das eben gerade.
:
Denn Sie müssen da ja nicht teilnehmen, aber anderen ist das eben wichtig. Also lassen sie jeden da mitmachen, wohin ihn seine Seele zieht.
Gruß Marie
Das klingt nun fast so, als wären Sie von einem Veranstalter ertappt oder beschuldigt der Handelsware ??
Das ist tatsächlich ein Problem, insbesondere im Schmuck- und Textilbereich. Bei Keramik erkennt man das recht schnell.
Aber man braucht als Veranstalter keine Spitzel beauftragen, sondern die Aussteller bespitzeln sich von alleine und kommen dann zum Veranstalter petzen, was für diesen nicht immer angenehm ist. Denn wie soll dieser dann beweisen, was da von einzelnen Ausstellern behauptet wird. Da steht dann meist Aussage gegen Aussage.
Als Veranstalter entwickelt man schon ein Gefühl dafür was selbstgemacht und was Handelsware ist, wobei natürlich keiner ganz gefeit ist, von einzelnen Ausstellern diesbezüglich getäuscht und betrogen zu werden.
Übrigens sehe ich keinen Verfall der Märkte. Die sie sind so vielfältig und lebendig wie vor 10 oder 20 Jahren. Die Veränderung beobachte ich eher in den Ausstellern, welche kühler, nüchterer, distanzierter geworden sind. Früher war da eine andere Herzlichkeit untereinander zu spüren, mehr Kollegialität und Fairness.
Beste Grüsse
Peter Burger
Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
Hallo, Herr Burger !
Es tut mir ja so leid, Sie entäuschen zu müssen,aber Ihre Annahme ist einfach und schlicht falsch.Da ich nur !! natürlich gewachsene !! Materialien auf meine Art verarbeite , ist ein Plagiatsvorwurf ausgeschlossen. Meine Creativität ist auch groß genug, um Kunstausstellungen und mehrere Arten von Märkten zu bestücken, daher muß ich mir wegen einer Ablehnung auch keine Sorgen machen.
Ich habe mich in diese Diskussion eingeklinkt, um jungen Kollegen/Innen
am Anfang ihrer Laufbahn solidarisch zu helfen , einige Fehler in Bezug auf Märkte, Veranstalter etc. zu vermeiden und ihnen Tipps zu geben, daß es auch noch andere Möglichkeiten gibt, die eigenen Arbeiten zu verkaufen.
Aufgrund der Antworten weiß ich , daß ich auf dem richtigen Weg bin.
Gruß Marie
Sehr geehrte Kollegen,
Zunächst einmal bin ich froh, dass sich auf meinen ursprünglichen Beitrag vom letzten Jahr so eine rege Diskussion entwickelt hat. Mit manchen überspitzten Formulierungen sollte genau diese verbale Auseinandersetzung angeregt werden.
Tatsächlich sind die heutigen Märkte noch immer belebt und beliebt. Da wir selbst als produzierende und vorführende Kunsthandwerker viel auf Märkten unterwegs sind, habe ich einige persönliche Erfahrungen in meinem Bericht verarbeitet. Frustrierend ist wirklich die Tatsache, dass auf manchen Misch-Veranstaltungen mit Händlern und produzierenden Kunsthandwerkern der Handwerker dem Kunden Rede und Antwort steht und für den geistigen Zuwachs beim Publikum sorgt, letztendlich aber das Kaufverhalten in Richtung der natürlich preiswerteren Massenware zeigt.
Solche Veranstaltungen bringen dem Kunsthandwerker nichts ein, als verlorene Zeit. Gerade in Zeiten des modernen Mediums "Internet" sollte, wie auch in einer vorherigen Reaktion schon geschrieben, sich einfach nach einer Marktteilnahme oder einem Marktbesuch die Zeit genommen werden, einen Erfahrungsbericht über diesen Markt in einem geeigneten Forum zu veröffentlichen. Sicherlich sind die Meinungen von teilnehmenden Kunsthandwerkern immer subjektiv - sind die Umsätze zufriedenstellend, war es ein schöner Markt, anders herum war alles schlecht. Aber wenn kontinuierlich und über eine längere Zeit eine Plattforum zum Austausch aufgebaut wird, kann man sicher über die Meinung mehrerer Teilnehmer zu einem klaren Urteil finden und für sich festlegen, ob die Marktteilnahme lohnt.
Es soll hier keineswegs darum gehen, verschiedene Aussteller oder Märkte systematisch schlecht zu machen. Ich bin nämlich der Meinung, dass so ein Forum gerade auch für Aussteller interessant wäre, wenn darin steht, was die teilnehmenden Kunsthandwerker für eine Erwartungshaltung haben, was sie stört und was gefällt.
Derzeit arbeiten wir am Aufbau unseres Kunstforums und werden dort nach und nach unsere eigenen Erfahrungen und Eindrücke versuchen, so objektiv wie möglich zu schildern. Natürlich freuen wir uns auch über jeden anderen Beitrag.
Bernhard Heß
Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
Das ist ja wunderbar!
Ein Licht am Ende des Tunnels!
Da werde ich mich sehr gerne beteiligen und hoffe, daß das auch viele andere tun werden.
Es grüßt,
Jette
Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
Hallo an alle und insbesondere an dukasi!
Ich verfolge Eure Beiträeg zu diesem Thema schon seit längerem mit großem Interesse. Da ich bisher lediglich mit dem Gedanken spiele, bisher aber noch nicht selber an Märkten teilgenommen habe, kann ich leider keine eigenen Erfahrungen beisteuern.
Ich wollte aber mal los werden, dass ich diseses Portal hier mit all den Bemühungen der Betreiberin sehr gut finde und ich es nicht so ganz fair finde, hier an dieser Stelle für ein eigenes Forum Werbung zu machen, zumal mir dieses ehrlichgesagt doch sehr von diesem hier abgekupfert vorkommt.
Außerdem steht hier ja schon eine prima Austauchmöglichkeit in Sachen Markterfahrungen zur Verfügung und warum sollte diese dann nicht genutzt werden?
Also Leute, nutzt doch bitte die Gelegenheit und teilt Eure Erfahrungen in diesem Forum mit anderen.
Wir können doch alle nur davon profitieren!
So, das mußte ich mal loswerden!
Euer Holzmichel
Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
Hallo Holzmickel,
Ihr netter Beitrag hat mich sehr gefreut.
Vielen Dank!
Mit besten Grüßen
Iris Willecke
Das Kunsthandwerkerportal
Web http://www.kunsthandwerkerportal.de
Email iris [dot] willecke [at] kunsthandwerkerportal [dot] de (mailto:iris [dot] willecke [at] kunsthandwerkerportal [dot] de)
Lieber Holzmickel!
Auch ich finde das Forum von Frau Willecke sehr gut und umfangreich. Deswegen schaue ich auch regelmässig vorbei und lese mit Interesse die Beiträge.
Bei der Verwendung einer ähnlichen kostenfreien Forensoftware und dem bisher leider noch nicht fertiggestellten Template sieht es zugegebenermassen in etwas so aus, wie das hiesige Forum. Aber das wird sich in der nächsten Zeit noch ändern. Aber die Arbeiten, die am Forum nötig sind, kann ich nur nebenei ausführen. Deswegen dauert das etwas.
Ich bin der Ansicht, dass ein weiteres seriös geführtes Forum keine Konkurrenz, sondern eine Bereicherung für das Kunsthandwerk ist.
PS: Werte Frau Willecke, nehmen Sie doch einfach den letzten Satz mit dem Hinweis auf unser Forum heraus! Dann stört sich auch keiner mehr dran.
Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
Ohne Zweifel gibt es wunderbare Märkte mit tollem Ambiente, egal,unter welchem Titel , die von bodenständigen, netten Veranstaltern/Innen organisiert werden. Auch supernette, solidarische Kollegen/Innen gibt es, die helfen und auch bei schlechtem Wetter gute Laune verbreiten.
Nachdem wir uns ja jetzt über dieses gutgemachte Portal austauschen ,können wir Khwler/Innen ein bißchen die Spreu vom Weizen trennen.
Gruß Marie
Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
Warum so ironisch ? Ich habe nichts angenommen, sondern ihre Formulierung klang so für mich.
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Dass Sie jüngeren Ausstellern Tipps geben wollen ist gut. Aber ihr Versuch "Spreu von Weizen" zu trennen wird scheitern, solange sie nicht definieren was "Weizen" und was "Spreu" ist.
Denn dies wird für jeden Aussteller wieder etwas anders sein, da dessen Erwartungen an einen Markt anders sind.
Von daher können Sie nur eigene Erfahrungen wiedergeben. Wenn Sie dies tun, dann sollten Sie das aber auch unter ihrem tatsächlichen Namen tun und nicht anonym. Meine Erfahrung aus anderen Foren dazu ist, dass wer unter seinem richtigen Namen schreibt, bemüht ist ehrlich zu schreiben. Unter anoymen Namen neigen immer wieder einige Forenschreiber zu Übertreibungen oder auch Unwahrheiten bis Gemeinheiten.
Um eine wirkliche Objektivität herzustellen, müssen erst die Kriterien festgelegt werden, zu denen dann die Antworten vieler dazu erfolgen. Daraus entsteht dann statistisch ein objektives Ergebnis.
Ich bin ja nun seit 1980 als Veranstalter in diesem Bereich tätig, mit mehr als 220 organisieren Künstlermärkten und ich habe viele Veranstalter kommen und gehen sehen. Wenige davon gibt es noch.
:
Doch wenn ein neuer Veranstalter beginnt mit günstgen Standmieten, dann rennen alleine deswegen viele Aussteller dorthin. Wenn dann das Ergebnis mager war, kommen diese schimpfend zurück, anstatt vorher genauer hinzusehen.
Auf solche Kriterien sollte man hier hinweisen, denn organisieren kann fast jeder, aber fachgerecht organisieren nur wenige und auch das muss man sich erst erarbeiten.
Als ich (durch Zufall) mit Märkten begann, arbeitete ich vorher in der Werbung und Organisation von Theatern. Da mein Vater auch künstlerisch aktiv war, lag mir Kunst nahe. Von da aus war ein echtes Interesse an der Sache da und auch ein Gefühl für diesen Themenbereich.
Viele Antik- und Flohmarktveranstalter sprangen auf das Thema auf und organisierten auch Kunsthandwerkermärkte, aber denen fehlten die Sachkenntnis und oft auch das Gefühl dafür.
Also würde ich empfehlen einen Veranstalter nach dessen Biografie zu befragen und warum er nun solche Märkte anbietet bzw. organisieren will.
Dies kann Aufschluss bringen und hilfreich bei der Auswahl der Veranstalter sein.
Gruss
Peter Burger
www.kuenstlertage.de
Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
Hallo, Herr Burger !
Das war echt witzig! Habe sehr gelacht.
Den Aufschrei möcht ich hören und die konsternierte Miene möcht ich zu gern sehen , wenn ich den oder die Veranstalter/Innen zu ihrer Biiographie befrage. Sorry, aber ich muß noch immer lachen.
Gruß Marie
Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
An sich ist eine Marktsuche ganz einfach.
Markt anschauen,mit den Ausstellern sprechen,
sich selbst ein Urteil bilden und gut.
Seit ich so vorgehe bleiben mir Enttäuschungen weitgehend erspart.
Zwar kostet das Zeit ist aber immer noch besser als wenn ich für viel Standgebühr an einem Müll-Markt teilnehme.
Günther
Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
Hello again,
im Grunde hast Du wohl recht Günther.
Aber nicht jeder hat die Zeit so vorzugehen und damit sich der ein oder andere diesen Aufwand sparen kann, wäre es doch nett, sich hier im Forum, öffentlich auszutauschen. Man muß ja nicht ungehalten werden und Veranstalter beschimpfen oder gewisse Märkte verunglimpfen. Es genügt ganz nüchtern zu erzählen, wie`s war. Sind Händler vorhanden oder nicht, welche Auswahl an Ausstellern sind vertreten usw. . Jeder stellt sich unter einem guten Markt etwas anderes vor. Für den einen ist dieses Konzept gut, für den anderen Jenes. Auch im Publikum gibt es Unterschiede. Nicht jeder kauft alles.
Wenn wir alle nüchtern berichten, vielleicht sogar schön aufgeteilt nach Bundesländern, müsste es doch klappen eine brauchbare Vorlage für Neulinge oder Leute die sich erweitern wollen anzulegen. Denn eines hat sich doch mittlerweile herauskristallisiert:
wissen wollen alle wie`s wo ist! Nur sagen tut`s keiner.
Und das ändern wir jetzt.
Liebste Grüße,
Jette
Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
Das war echt witzig! Habe sehr gelacht.
Den Aufschrei möcht ich hören und die konsternierte Miene möcht ich zu gern sehen , wenn ich den oder die Veranstalter/Innen zu ihrer Biiographie befrage. Sorry, aber ich muß noch immer lachen.
Gruß Marie
Seriöse Veranstalter werden dies tun und wer es nicht tut, da sollte man als Aussteller vorsichtig sein.
Was Sie als witzig darstellen, ist meine Erfahrung aus über 25 Jahren Veranstaltungstätigkeit. In dieser Zeit erlebte ich viele neue Veranstalter welche meine Allgemeinen Bedingungen abgeschrieben und meine grafischen Symbole geklaut haben. Ein oder zwei Jahre danach, waren diese als Veranstalter wieder verschwunden.
Wer ein bisschen wach ist, sieht recht schnell welcher Veranstalter Fachkenntnisse hat und sich um ein gutes Niveau bemüht.
Für junge Aussteller ist der einfachste Weg andere Kollegen bei den Märkten nach deren Erfahrungen zu befragen. Da bekommt man hautnah die besten Tipps.
Und bei den heutigen Spritpreisen sollte sich jeder Anfänger fragen, wie weit er zum Testen fahren will.
Ich habe dieses Wochenende in der Schlossgartenhalle Ettlingen bei Karlsruhe auch Aussteller aus Berlin und Aachen. Aber das sind erfahrene Profis, welche ihr Risiko einschätzen können.
Ebenso hatte ich auch Anfragen aus Slowenien und anderen östlichen Ländern. Denen habe ich klar gesagt, dass ich Zweifel habe ob sich das für diese lohnt, denn die Reisekosten stehen nicht in Relation zu dem, was da vermutlich an Ergebnis zu erzielen ist.
Ein seriöser Veranstalter (der nicht dringend jeden Aussteller braucht) wird diesbezüglich auch ehrlich beraten und keine falschen Versprechungen machen.
Gruss
Peter Burger
www.kuenstlertage.de
Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
Wenn ich hier auch mal als Veranstalter meine Meinung dazu äußern darf, möchte ich meinen Kollegen schon Recht geben, das für die Planung von Veranstaltungen sehr viel Arbeit nötig ist und Veranstaltung nicht gleich Veranstaltung ist.
Ich kann hier ebenfalls von einer mehrjährigen Erfahrung sprechen, die ich mir im Marktgeschäft sowohl auch im Messegeschäft gesammelt habe. Mein Ziel als Veranstalter sehe ich darin, das ich den Ausstellern/Handwerkern ein Platz zu vernünftigen Preisen anbieten kann. Hier geht es mir nicht darum das große Geld zu verdienen, klar die Unkosten sollten schon gedeckt sein, aber hauptsächlich sollte im Vordergrund stehen, das eine gute Auswahl an Handwerkern für jede Veranstaltung getroffen wird und der Kontakt zu jeden einzelnen Händler persönlich hergestellt wird und das man auch auf deren Bedürfnisse soweit es geht eingeht. Denn es sollte ja auch eine langfristige Zusammenarbeit hergestellt werden.
Jeder Veranstalter lebt und fällt mit den Händlern, sind diese unzufrieden bleiben sie weg und bald ist dann auch der Veranstalter weg.
Natürlich gelingt es nicht immer alle zufrieden zu stellen, jedoch sollte in jeder Veranstaltung das bemühen festzustellen sein.
Auch meine klare Aussage: auf Handwerkermärkten haben Händler mit Massen-oder Importwaren nichts zu suchen, die findet man heute bereits auf jeden Wochenmarkt
Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
Ein guter Veranstalter wartet nicht auf Aussteller, sondern er muss sich auch selbst bemühen.
Wir sind regelmäßig auf Veranstaltungen unterwegs, sprechen mit Ausstellern, sehen uns die Kunstwerke an und laden ein.
Dabei legen wir alle Bedingungen und Informationen bezüglich unserer Ausstellung offen dar.
Das man auch mal jemanden Absagen muss, weil die Qualität nachlässt kommt auch schon mal vor.
So eine Veranstaltung soll Spaß machen und das merken die Besucher.
Wir haben Aussteller, die seit 11 Jahren regelmäßig an unseren Ausstellungen teilnehmen und Neue die sich gleich in der Gemeinschaft wohl fühlen.
Lust und Frust auf Kunsthandwerkermärkten ...
Mit großem Interesse und voller Spannung habe ich mich durch die bisherigen Beiträge in diesem interessanten Forum gelesen.
Als Jägerin für meine Galerie habe ich bis jetzt vier Jahre lang fast jeden So. mehrere Mäkte besucht und als Ausstellerin auch schon so einige Erfahrungen gemacht. So hat sich viel Lust und Frust über Märkte angesammelt ...
Also, der Begriff Kunsthandwerker beinhaltet doch, daß jemand ein Handwerk beherrscht und es durch eigene schöpferische Kraft um künstlerische oder kunstvolle Aspekte ergänzt.
Wieso nehmen Organisatoren, die angeblich Kunsthandwerkermärkte veranstalten, nicht nur Kunsthandwerker??? Ja, alte Freundschaften, "der Markt muß voll werden", "mit denen arbeiten wir schon x Jahre zusammen" ... das kann doch hoffentlich nicht die alleinige Basis für die Marktauswahl zu einem Kunsthandwerkermarkt sein? Es ist völlig o.k. einen Kreativ- oder Hobbymarkt zu veranstalten, aber dann sollte er auch so genannt werden! Es kann doch nicht so schwer sein, Aussteller mit homogenem Niveau zu einem Markt zusammenzustellen?
Handwerksmeister neben BastelOmi - das tut beiden nicht gut!
Wieso finden sich auf Kunsthandwerkermärkten so viele miese Stände?
Märkte können so grauenvoll sein!!!
Vor einiger Zeit wurde das Thema der Bewerbung mit Lebenslauf usw. hier diskutiert. Ich bewerbe mich doch lieber irgendwo mit meinen kunstbezogenen Lebensinfos (was man sonst noch so gemacht interessiert ja nicht), als mich einfach durch Vorauszahlung irgendwo einzukaufen (wie das ja dann auch jeder Händler oder Bastelvorlagennachmacher machen kann). Wenn jemand sich nicht sicher ist, was man schreiben kann - wir können das gerne besprechen.
Ich wünsche allen von Herzen viel Erfolg und schöne Märkte!
Re: Lust und Frust auf Kunsthandwerkermärkten ...
Nicht jeder Handwerksmeister ist automatisch gut
:
und Autodidakten oft nicht schlecht.
Es nur an dem festzumachen ist ebenso verkehrt.
Aber es ist richtig, dass ein guter Kunsthandwerker nicht neben einer BastelOmi stehen will, bzw. nicht im gleichen Markt.
Das Gesamtniveau und die technische Qualität müssen stimmen.
:
Was für einen beruflichen oder gesellschaftlichen Status Künstler und Kunsthandwerker haben sollte kein Maßstab für die Auswahl sein.
Es sei denn der Veranstalter gehört einem Verband an und will dessen Richtlinien vertreten. Dann ist auch dieses Auswahlkriterium verständlich.
Gruss
Peter Burger
www.kuenstlertage.de
Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
Hallo alle zusammen,
Mit großem Interesse habe ich heute sämtliche Beiträge zu diesem Thema gelesen.
Ich selbst gehöre zu den Kunsthandwerkern mit Ausbildung. Bin Webermeisterin im Handwerk und demnächst hoffentlich auch noch Gestalterin im Handwerk.
Dennoch weiß ich, daß es sehr gute Autodidakten gibt und ich kenne auch Märkte, bei denen es in den Bewerbungsbedingungen heißt Ausbildung oder mehrjährige künstlerische Tätigkeit. Belegbar durch Photos der Arbeiten der letzten zwei Jahre. Ich finde, das ist ein ganz brauchbares erstes Auswahlkriterium. Trotzdem sollten auch Neulinge eine Chance bekommen können, z.B mit einer Mappe oder Vorstellung.
Überhaupt fühle ich mich vier Jahre nach Beginn meiner Selbständigkeit, was das Marktgeschehen angeht, immer noch als Neuling. Es ist schwer, in jurierten Märkten Fuß zu fassen, weil die Bewerbungen sehr zahlreich und die Anzahl der neu zu belegenden Plätze gering ist.
Ich empfinde meine Markttätigkeit noch sehr als Suche nach den richtigen Märkten.
Aber eins habe ich bereits gelernt, es ist nicht so einfach Regeln aufzustellen. Mein bester Markt ist ein Markt in der Nachbarschaft, von dem man annehmen sollte, daß er nicht funktionieren kann, weil Verbände, bastelnde Hausfrauen und professionelle Kunsthandwerker gemeinsam daran teilnehmen. Ich habe ihn das erste Mal nur besucht, weil er nur 3 km von meiner Werkstatt entfernt liegt und ich mich zeigen wollte, wurde dann sehr positiv überrascht.
Andrerseits stand ich auch schon auf einem "Kunsthandwerkermarkt" der diesen Titel wirklich nicht verdient hat. Dachschindeln und Serviertentechnik, ihr wißt, wovon ich rede.
Und genau da sehe ich auch ein noch nicht besprochenes Problem. Der Begriff Kunsthandwerk ist heute nicht mehr so eindeutig, wie er es in den 80er Jahren war. Ich frage mich wirklich, ob es nicht besser wäre, diesen mittlerweile sehr aufgeweichten Begriff zu ersetzen, zum Beispiel durch "gestaltendes Handwerk".
Bis dahin bleibt wahrscheinlich nichts anderes übrig, als bei unbekannten Märkten nachzufragen, ob Heuskulpturen und Salzteig zugelassen sind. :mrgreen:
Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
Ein sehr wichtiges Auswahlkriterium sollte, finde ich, auch sein, ob jemand sein Handwerk hauptberuflich, nebenberuflich oder als Hobby betreibt. Da mag ein Autodidakt noch so begabt sein: schafft er als Nebenberufler oder "nur so zum Spaß", kann er sich eine ganz andere Preisgestaltung leisten als ein Hauptberufler, der auf hohe Umsätze angewiesen ist (weil er nämlich auch noch Sozialversicherungen, USt usw davon zahlen muss!)
So entstehen dann Preisgefälle (obwohl alles ordnungsgemäß selbst produziert wurde), die stets zu Lasten der hauptberuflichen Handwerker gehen.
Ich selbst habe mein Handwerk ein paar Jahre nebenberuflich betrieben und bin jetzt Hauptberufler; ich kenne also beide Situationen.
Veranstalter sollten unbedingt auf ihrer HP oder bei der Anmeldung klarmachen, ob sie ausschließlich Hauptberufler nehmen oder auch andere.
Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
Hallo Dornrose,tja mit diesem hauptberuflichen ist das so eine Sache.Ich bin überzeugt,Aussteller die zum ersten Mal auf Märkte gehen,und von Ihren Arbeiten überzeugt sind,würden am liebsten nichts anderes machen. ) ) Sie informieren sich, holen sich Termine ein,bewerben sich und voller Euphorie gehts los. Und dann jede Menge Kosten,Material,Standgebührenusw., wir wollen mal nicht vom zeitlichen Aufwand sprechen. Und schon ist die schöne Idee,der Selbstständigkeit geplatzt.Wohlgemerkt,ich rede von Leuten,die sich bei renomierten Veranstaltern beworben haben,und ihre Preise nicht hobbymäßig kalkulieren.Und nach einem Jahr sagt der Steuerberater bzw der Kontoauszug" Und wie soll es weiter gehen" ganz davon zu schweigen,das man anfängt an seinen eigenen Sachen zu zweifeln.Wenn man dann keine anderen Einkommen hat,ist es ganz schnell aus mit dem hauptberuflichen. cry cry
Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
Das ist eben genau der Punkt: hauptberufliche Handwerker haben mehr Kosten und müssen deshalb ihre Preise höher kalkulieren als Nebenberufler oder gar Hobbyisten. Diese können billiger anbieten, sie müssten es nicht, tun es aber meistens, logisch, denn jeder will möglichst viel verkaufen.
So dreht sich die Preisspirale nach unten, und das Publikum verliert das Gespür dafür, was gutes Handwerk kosten muss.
Das ruiniert zuerst die hauptberuflichen Handwerker, aber die anderen bekommen es auch schon zu spüren.
Vom Verfall...
Ich gebe dir ja in allen Punkten recht.Trotzdem bin ich der Meinung gute Neuanfänger orientieren sich auf hochwertigen Märkten nach dem gängigen Preisgefüge,bzw holen sich vorher Infos bei Profis ein.Denn es gibt kein Handwerk das erst erfunden werden müsste.Mittlerweile weisen auch Veranstalter in Ihren Anschreiben auf eine vernünftige (im Sinne von professionellen KHW ) Preisgestaltung hin.Eine davon ist Karin Etzold,die ja schon ewig lange Märkte organisiert.Deswegen mein Apell an alle Anfänger, die mit den Profis mithalten wollen Lasst euch eure Arbeit etwas "Wert" sein. D D D
Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
Hallo an alle,
genau diese Erfahrung haben wir auch gemacht, da fährt man zu einem "Kunsthandwerkermarkt" um das persönliche Gespräch mit dem Handwerker zu suchen weil wir genau diese suchen. Und da findet man nur fliegende Händler......
Wir sind da konsequent, bei uns werden nur reine Kunsthandwerker zugelassen. Selbst in unserem Gartenfachmarkt gibt es keinen Dekoramsch vom Großmarkt. Unsere Accesoires stammen von Kunsthandwerkern aus der Umgebung. Lediglich Keramiktöpfe gibt es größtenteils vom Händler da wir noch keinen gefunden haben der speziell Pflanzgefäße anbieted....
Also wer Zeit hat kann sich ja mal bei www.gartenbau-weber.org umschauen und sich vieleicht zum Herbstmarkt Ende September anmelden.
So, Gruß an alle Handwerker
Claudia & Franz
Austellungsvertrag
Liebe Kunstschaffende,
Unstimmigkeiten zwischen Aussteller und Veranstalter wird es immer geben. Vieles ist sicher zu vermeiden, wenn ordentliche Verträge geschlossen würden. Eine Marktordnung ist kein Vertrag, meist sind hier nur die Pflichten der Aussteller definiert. Von den Pflichten der Veranstalter steht hier nichts (z.B. detailierte Angaben über Werbung, Hinweisschilder, Bereitstellung von Parkflächen, Rücktritt, Ausfall des Marktes, Handelsware, nicht angegebene Produkte, Bereitstellung von sanitären Einrichtungen, Bewachung usw.). In allen anderen Bereichen ist selbstverständlich, dass der Dienstleister vor dem Auftrag mitteilt, welche Leistungen er zu welchem Preis erbringt.
Märkte organisieren ist eine gewinnorientierte Dienstleistung, für welche keine besondere Qualifikation nachgewiesen werden muss. Die wirtschaftlichen Interessen des Veranstalters sind vom vereinnahmten Standgeld möglichst viel als Gewinn zu verbuchen. Die Interessen der Aussteller sind möglichst viel Werbung und ein guter Marktplatz. Es bestehen also gegensätzliche Interessen. Deshalb sollte das Marktgeschehen durch ausgewogene Verträge geregelt werden. Momentan bestimmt allein die vom Veranstalter gestellte Marktordnung das Geschehen. Die Marktordnung sollte jedoch Bestandteil des Vertrages sein.
Meine eigene Erfahrung im laufenden Geschäftsjahr:
1.
Wer nicht spurt fliegt raus, selbst wenn man dabei die eigene Gesundheit aufs Spiel setzt!
Bei strömendem Regen und einer durchweichten Wiese Marktstände aufzustellen ist Unfug!
Zumindest könnte die Veranstalterin es freistellen ob während oder nach Ende des Regengusses aufgebaut wird. Die Entscheidung der Veranstalterin hat m.E. mit rechtsstaatlicher Behandlung nichts zu tun. Bei solchen Drohungen lassen sich Straftatbestandsmerkmale der Nötigung oder Erpressung vermuten.
2.
Aussteller, die z.B. eine eingegangene Verpflichtung nicht erfüllen und einen Markt ohne Angabe von Gründen nicht bedienen. Dieser Unfug gehört durch eine Vertragsstrafe bedroht, weil hier das Gesamtbild des Marktes und die vom Veranstalter geplante Ausgewogenheit gestört wird.
3.
Aussteller, die nicht zugelassene (z.B. Handelsware) und nicht angemeldete Ware anbieten.
Dies führt zu einer Wettbewerbsverzerrung und zur Benachteiligung der Hersteller.
M.E. ist hier eine Abmahnung und die Entfernung der nicht zugelassenen Ware ausreichend.
Veranstaltern, die wegen dieser oder ähnlicher Fehleistungen sofort einen Ausschluss verfügen, scheint das Gefühl für Verhältnismäßigkeit deutlich aus dem Ruder zu laufen.
4.
Einzelne Veranstalter verlangen die Standmiete drei Monate im Voraus. Wer nicht bezahlt wird vom Markt ausgeschlossen. Zur Ausgewogenheit gehört unbedingt, dass für Vorauszahlungen über solche Zeiträume Sicherheit geleistet wird. Nach meiner Meinung ist der Veranstalter vorleistungspflichtig, ausgenommen er hat die Vorauszahlung in seinem Marktangebot angekündigt. In den meisten Fällen wird jedoch das unternehmerische Risiko durch Vorauszahlungen auf den Aussteller übertragen. In vielen anderen Bereichen wird für Vorauszahlungen eine gesetzlich geregelte Sicherheit verlangt, ob dies für Kunstmärkte auch gilt bedarf der Prüfung. Der z.Z. auswuchernde „Wildwuchs“ ist m.E. untragbar.
5.
Einige Veranstalter, die hinsichtlich Handelsware sehr strenge Verbote herausgeben, lassen bei befreundeten Ausstellern kistenweise Handelsware zu. Ich habe letztes Jahr zwei Ausstellerinnen auf einen Stand mit 100 % Handelsware aufmerksam gemacht und auch gleich die Bezugsquelle genannt. Vor etwa acht Wochen stand einer der Händler genau gegenüber von meinem Stand. Außerdem wurden auf diesem Markt etwa 50% Waren angeboten, die man auf der Messe Trendset in München bestellen konnte. Die Veranstalterin verstößt damit bewusst gegen Ihre eigene Marktordnung. Auf Kritik reagiert die Veranstalterin mit Rausschmiss.
Die Liste könnte beliebig erweitert werden. Aber um Aufzuzeigen, dass vertragliche Regelungen die Situation beider Parteien verbessern würde reicht es.
Mit freundlichen Grüßen
Kreativglas
Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
Hallo,
persönlich finde ich diese Bilanz erschreckend. Offenbar haben es sowohl
unter den Händlern, als auch unter den Veranstalter einige "Luschen"
geschafft, zu überleben.
Deshalb halte ich es für wichtig, daß man sich alternative Absatzmöglich-
keiten schafft, um von solchen Veranstaltungen und Veranstaltern unab-
hängig zu werden oder zu bleiben.
Ciao, Fritz
Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
Hallo Fritz,
genau darum geht es ja oft hier im Forum,die Luschen herauszufiltern,um möglichst wenige Verluste zu haben. Das wird natürlich nicht von allen gutgeheißen.
Ich denke,es ist gar nicht so einfach Neue Wege zu gehen,zumal ich ja noch gar nicht lange auf Märkte fahre.Trotzdem ist es für mich im Moment eine gute Möglichkeit mich zu präsentieren. Da wir ja alle KHW zum anfassen machen ,finde ich einen Internetverkauf oft zu unpersönlich. Das ist eine gute Möglichkeit zu verkaufen,wenn man schon einen Kundenstamm hat,aber das dauert natürlich seine Zeit.
Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
Ja klar. Markt ist praktisch die ursprünglichste Methode, seine Erzeug-
nisse zu verkaufen. Du kannst den Interessenten bzw. Kunden in die
Augen schauen. Hast direkt die Möglichkeit, festzustellen, wie die Leute
reagieren.
Ich habe gaanz früher als angestellter Außendienstler ab und an Floh-
märkte gemacht. Nicht, weil ich diese Form der organisierten Werte-
vernichtung gut fand, sondern weil ich Verkaufsgespräche trainieren
konnte, ohne daß ein Vertrag über eine Maschine in die Hose ging. Hab'
auf Märkten auch neue "Sprüche" ausprobiert *schäm* Ja damals...
Aber ich halte es aus meiner Erfahrung für wichtig, potenziellen Inte-
ressenten ("Wer nicht bei drei auf'm Baum ist") eine aussagefähige
Unterlage, und wenn es ein Visitenkärtchen ist, in die Hand zu drücken.
Irgendwann, meist wenn man nicht damit rechnet, kommen Rückmel-
dungen.
Na gut, bei mir waren es auch viele, nachdem das Gewerbe abgemel-
det war... :oops:
Wenn man andere Vertriebswege öffnen will, kann man evtl. Märkte
dazu benutzen, um die Kundschaft "anzufüttern". Evtl. nur mit ge-
ringer Meterzahl und gestrafftem Sortiment auf die Märkte gehen. Und
wenn konkrete Wünsche kommen, das Verkaufsgespräch auf die Zeit
nach dem Markt verlagern.
Puhh... Jetzt erwische ich mich schon wieder dabei, schlaue Tips unters
Volk zu streuen, dabei bin ich schon jahrelang aus dem Geschäft 'raus.
Sorry, bin wirklich nur ein Hobbydrechsler... *ascheaufmeinhauptstreu*
Ciao, Fritz
Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
Genauso isses,erst reisst man Märkte runter,verteilt Visitenkarten,und... es passiert gar nix. Und dann auf einmal,rufen die Leute an,fragen nach,ob man wieder aufm örtlichen Markt ist.Käufer vom Vorjahr stehen wieder da,freuen sich und kaufen wieder was. Diese Erfahrung ist was ganz tolles.
Deswegen ist es im Moment mein Weg,ob das in 10Jahren immer noch so ist??
Wenn mir einer vor 10 Jahren gesagt hätte... den hät ich für verrückt erklärt.
Mich ärgerts nur so wahnsinnig,wenn ein Markt schlecht organisiert ist. Ich geb mir so wie alle anderen hier, viel Mühe,und manche Veranstalter zocken einem doch nur ab.Oder noch schlimmer, stellen alles auf ihren Markt,was nicht bei 3 aufm Baum ist,nur um Gewinn zu machen.
evil evil
Vom langsamen Verfall der deutschen Kunsthandwerkermärkte
Guten Abend an die Runde,
Man lernt ja einiges dazu wenn man dieses Forum verfolgt, und das es Veranstalter gibt die nur nach dem Gewinn gucken ist leider keine Seltenheit.
Jedoch ist es als Anfänger auch nicht einfach. Wir haben das Problem, das wir einen hochwertigen Markt organisieren und über die Standgebühren nicht mal annähernd die Kosten decken können.
Also wenn uns hier einer Tips geben kann, nur zu wir sind um jede Hilfe dankbar.
Und wir wollen an den Ausstellern nichts verdienen sondern nur unseren Standort bekannt machen.
So nun werd ich mich hier mal weiterbilden
Gruß Claudia & Franz
war ja klar , dass ich mich
war ja klar , dass ich mich hier melden muss.....
also: nach 7 jahren als hauptberufler auf märkten stelle ich fest:
es gibt märkte die werden von den veranstaltern ruiniert-
(home+garden zb.)
und es gibt märkte die werden von den ausstellern ruiniert.
(angst vor nicht - einnahme der standgebühren und folgende billigpreise)
ich finde, der gesetzgeber sollte, vor ausstellung eines marktscheines, den besuch eines "wie kalkuliere ich richtig/ MwST kurses zur pflicht machen!!!!
prinzipiell kann ich sagen, dass es "teure" märkte, also märkte auf denen teures publikum und teure waren da sind, gibt. die werden aber oft von den china händlern mit steckware und "gartendeko" (hier ein vögelchen, da ein schildchen mit ach so lustiger aufschrift)
kaputtgemacht.
*predigfaktor ein*gute-"teure" kundinnen kommen nicht auf solche märkte, wo es sachen gibt, die man besser im internet kauft.*predigfaktor aus*
liebe kunsthandwerker- ihr meldet euch immer mit seltenen unikatEN an, und zeigt dann genau EINS davon im hintergrund- neben den schrauben-eulen......
liebe veranstalter- ihr macht bedingungen zur zulassung zur gestaltung etc., und werft dann den scheiss nicht raus!!! warum???
werbung: kein mensch kommt wegen der plakate auf märkte- direct mailing, radio und zeitung heisst die devise.
bitte schildert eure märkte IDIOTENSICHER aus- wenn ich z.b. nach weinheim komme, sind auf der strecke 20 plakate- nur die einzige kreuzung, an der ich abbiegen muss ist plakatlos!!!!
zur preisgestaltung: ich kenne modemessen, die finanzieren sich rein über die eintritte-
mit zunehmendem erfolg!
man bedenke- ein gutes museum verlangt auch schon 10 euro eintritt!!!
wie immer viele gedanken eines gelernten kaufmanns.....